KAAD Afrika-Seminar „Wirtschaft in Afrika – Wege zum Wohlstand für Alle“ in Weingarten

Mit dem Thema Wirtschaft und Wohlstand in Afrika haben sich am Wochenende vom 5. bis 8. November 2015 die Teilnehmenden des Afrika-Seminares in Weingarten beschäftigt. Neben 37 vom KAAD geförderten Studierenden, nahmen auch zwei Stipendiatinnen des Cusanuswerkes und ein Stipendiat des Albertus-Magnus-Programms teil. Das Seminar fand statt in Kooperation mit der Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart, die durch Dr. Christine Heinke vertreten wurde.


Unter der Überschrift „Wirtschaft in Afrika – Wege zum Wohlstand für Alle“ wurden verschiedene Aspekte von Globalisierung, Wirtschaftswachstum und ökonomischer Entwicklung diskutiert. In Ländergruppen konnten die Stipendiatinnen und Stipendiaten die besonderen Herausforderungen für die Wirtschaft und Lebensumstände in ihren Heimatländern herausarbeiten und erörtern. Besonders die Thematik des vermeintlichen Wirtschaftsbooms hat Prof. Dr. Robert Kappel vom GIGA Institut Hamburg in seinem Vortrag thematisiert. Eine erfolgreiche wirtschaftliche Entwicklung in afrikanischen Ländern sei vor allem von drei Faktoren abhängig: 1. Ausbau der Infrastruktur, 2. Verbesserung der (Hochschul-)Bildung, 3. Förderung des mittelständischen Wirtschaftssektors. Letzterer Aspekt wurde dann von Kappels Kollegen Prof. Dr. Utz Dornberger (Universität Leipzig) weiter entfaltet, der sehr lebendig und überzeugend darlegte, wie viel nachhaltiger und sozial verantwortlicher die wirtschaftliche Entwicklung sein kann, wenn sie durch kleine und mittelständische Betriebe geschieht. Er ermutigte die Teilnehmer des Seminars dazu, selbst den Schritt ins Unternehmertum zu wagen und bot an, mit seinem Institut durch Beratung und Unterstützung zur Seite zu stehen. Studentischen Start-Up Unternehmen in Entwicklungsländern rechnet er ein hohes Potential für eine positive Entwicklung zu, solange sie von einer kreativen Idee getragen und auf den internationalen Markt hin orientiert sind.


Das Programm des Seminars wurde auch mitgestaltet von KAAD Stipendiatinnen und Stipendiaten, die ihre eigenen Forschungsprojekte im Bereich der Wirtschaftswissenschaften präsentierten. Zwei Stipendiatinnen aus Kenia machten den Anfang: Immaculate Machasio (Universität Gießen) stellte eine Verbindung her, zwischen finanziellem Wachstum und der Auswirkung auf die Existenzgrundlagen in Entwicklungsländern und Mary Nthambi (Technische Universität Cottbus) beschäftigte sich mit den Potentialen und Gefahren des Reichtums an natürlichen Ressourcen in Afrika. Gleich drei ghanaische Stipendiaten, die in Leipzig promovieren, brachten ebenfalls Beiträge: Richard Adu-Gyamfi erläuterte das System der „Export Processing Zones“ in afrikanischen Ländern; Kwabena Obiri Yeboah sprach zum Thema “Investing in People - A Way to Improve Income Distribution in Africa” und Ralph Nyadu-Addo erklärte das große Potential, dass die „Kreativindustrie“ in Afrika immer mehr entwickelt, wenn es um Musik, Theater, Festivals und Comedy geht.


In guter Tradition gehörte auch zu diesem KAAD-Seminar eine Exkursion, die an die Bodenseepromenade von Friedrichshafen führte, im Dornier-Museum die Firmengeschichte eines berühmten deutschen Familienbetriebs nachvollzog und in einem gemütlichen schwäbischen Gasthaus endete.


Da in den Gebäuden des ehemaligen Klosters Weingarten derzeit auch Flüchtlinge aus verschiedenen afrikanischen Nationen untergebracht sind, lag es nahe, eine informelle Gesprächsrunde mit Geflüchteten aus afrikanischen Ländern und einen Austausch anzubieten. Nach anfänglicher Zurückhaltung über die Gründe der Flucht aus Kamerun, Nigeria und Eritrea, fanden besonders später in Kleingruppen rege Gespräche zwischen den Stipendiaten und den Flüchtlingen statt. Später wurden die Gäste auch zu einem gemütlichen Abend mit Gesprächen und Musik eingeladen und nahmen auch am Gottesdienst mit dem geistlichen Beirat des KAAD, Pater Prof. Dr. Thomas Eggensperger OP, teil, der am Samstagabend in der Kapelle des Tagungshauses stattfand.


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Marcela Bustamante Torres (Kolumbien)

Marcela Bustamante hat in ihrer Heimatstadt Bogotá Jura studiert und vor dem Studienaufenthalt in Deutschland als Anwältin gearbeitet. Von 2006 bis 2008 absolvierte sie mit Unterstützung des KAAD das Masterprogramm „Interdisziplinäre Lateinamerikastudien“ an der Freien Universität Berlin. Nach beruflichen Tätigkeiten in Washington D.C. und Lima (Peru) kehrte sie 2012 nach Bogotá zurück, wo sie heute für die „Defensoría del Pueblo de Colombia“ tätig ist – eine staatliche, jedoch autonom arbeitende Institution zur Verteidigung und Verbreitung der Menschenrechte.

Darüber hinaus gehört sie zu den Organisatoren des für Februar 2016 geplanten Kongresses „Paz Reconciliación y Justicia Tradicional“ an der Pontificia Universidad Javeriana in Bogotá. Am Rande der Veranstaltung soll nach Wünschen unserer Alumni auch ein KAAD-Netzwerk von Juristen und Politikwissenschaftlern aus Lateinamerika gegründet werden.

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