Deutsch-Vietnamesische „Summer School“ in Hanoi

In Hanoi fand die Summer School „Water Resources Management in Karst Regions“ vom 01. – 04. Oktober 2015 mit 60 Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus Vietnam, Belgien und Deutschland statt.

Der KAAD ist an dem BMBF-Verbundprojekt KaWaTech (Vietnamesisch-Deutsche Kooperation zur Entwicklung nachhaltiger Technologien für die Karstwasserwirtschaft) seit seinen Anfängen beteiligt. Seine Aufgabe ist es, in einem Teilprojekt die einheimischen personalen Kompetenzen (Capacity Development) durch ein flankierendes Stipendienprogramm sowie eine in Vietnam stattfindende Summer School zu stärken. Die Veranstaltung, an der neben 52 vietnamesischen Wasserwirtschaftlern 7 Referenten aus Deutschland und Belgien sowie ein Partner des KAAD aus Indonesien teilnahmen, wurde vom KAAD in Zusammenarbeit mit dem Institut für Wasser und Gewässerentwicklung des Karlsruher Institut für Technologie (KIT), dem Vietnamesischen Institut für Geowissenschaften und mineralische Rohstoffe (VIGMR) und der Water Resources University Hanoi (WRU) in den Räumen der VIGMR organisiert.

 

Eröffnung der Veranstaltung durch Prof. Dr. Franz Nestmann, KIT

Aufbauend auf den erzielten Ergebnissen des seit 2014 laufenden interdisziplinären Verbundprojektes wurden den Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Veranstaltung innovative und auf die Rahmenbedingungen der Karstgebiete Nordvietnams zugeschnittene Technologien für die Karstwasserbewirtschaftung vorgestellt. Nach einführenden Bemerkungen von Prof. Dr. Tran Tan Van (VIGMR) und Prof. Dr. Franz Nestmann (KIT) ging es in einem Vortrag von Dr. Heinrich Geiger (KAAD) zunächst um das Thema der „German cooperation in science and education“. Der Referent hob die Aspekte der Interdisziplinarität und des Dialogs, die beide in der Förderungsarbeit des KAAD eine wichtige Rolle spielen, hervor.

Der KAAD-Stipendiat Ho Tien Chung beim Vortrag

Die belgischen Höhlenforscher Dr. David Lagrou und Prof. Dr. Jan Masschelein ließen die Zuhörer nicht nur an den Abenteuern der Höhlenforschung teilnehmen. Sie verdeutlichten mit ihren Ausführungen auch, dass es sich bei der Höhlenforschung um das grundlegende Fach für alle weiteren Maßnahmen im Projekt „Water Resources Management in Karst Regions“ handelt. Einen nachhaltigen Eindruck von den Entwicklungen deutscher Ingenieurkunst vermittelte Dr. Peter Oberle vom KIT mit seinem Vortrag über „Water pumping based on hydro power“. Sein Kollege Dr. Philipp Klingel sprach anschließend in seinem Vortrag über „Continous water distribution“ von der zentralen Idee, die das Projekt begleitet: dem Ziel des Zugangs aller zu einer gerechten Wasserversorgung. Das Thema der Geodaten war Gegenstand des Vortrags von Prof. Dr. Thomas Neumann, ebenfalls KIT. Prof. Dr. Harro Stolpe, Ruhr-Universität Bochum, zeigte in seinem Vortag „Water balance and vulnerability“ zum Schluss auf, wie gut fundiert bereits alle Maßnahmen sind, die im Rahmen dieses Projektes der Wasserversorgung im Norden Vietnams gelten.

Exkursion in das Karstgebiet der Provinz Ninh Binh

Die Summer School stellte unter Beweis, dass das Ziel der Stärkung der institutionellen Kapazitäten und der Kooperationsmöglichkeiten zwischen den beteiligten Institutionen in Vietnam und Deutschland seiner Realisierung ein großes Stück näher gekommen ist. Die Vertrauensbildung zwischen den deutschen und vietnamesischen Partnern und der Kompetenzaufbau unter den am Projekt beteiligten vietnamesischen Partnerinstitutionen wurden durch diese Veranstaltung befördert. Ebenso konnte sich der KAAD als wichtiger Akteur in der wissenschaftlichen Zusammenarbeit zwischen der SR Vietnam und der BRD zeigen.

teilnehmende Stipendiaten/innen und Alumni des KAAD mit Dr. Heinrich Geiger

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Marcela Bustamante Torres (Kolumbien)

Marcela Bustamante hat in ihrer Heimatstadt Bogotá Jura studiert und vor dem Studienaufenthalt in Deutschland als Anwältin gearbeitet. Von 2006 bis 2008 absolvierte sie mit Unterstützung des KAAD das Masterprogramm „Interdisziplinäre Lateinamerikastudien“ an der Freien Universität Berlin. Nach beruflichen Tätigkeiten in Washington D.C. und Lima (Peru) kehrte sie 2012 nach Bogotá zurück, wo sie heute für die „Defensoría del Pueblo de Colombia“ tätig ist – eine staatliche, jedoch autonom arbeitende Institution zur Verteidigung und Verbreitung der Menschenrechte.

Darüber hinaus gehört sie zu den Organisatoren des für Februar 2016 geplanten Kongresses „Paz Reconciliación y Justicia Tradicional“ an der Pontificia Universidad Javeriana in Bogotá. Am Rande der Veranstaltung soll nach Wünschen unserer Alumni auch ein KAAD-Netzwerk von Juristen und Politikwissenschaftlern aus Lateinamerika gegründet werden.

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