Diözesantreffen in Köln am 07.11.2015

Das traditionelle diözesane Stipendiatentreffen in Köln stand in diesem Jahr im Zeichen der Auseinandersetzung mit dem Aufbruch in die Fremde. Die Erzdiözese Köln hatte die in den Hochschulorten des Erzbistums studierenden KAAD-Stipendiaten sowie Vertreter von KAAD und der KHGen Bonn, Wuppertal und Düsseldorf in die KHG Köln eingeladen zur Begegnung mit dem Domkapitular und Bischofsvikar für die internationale Katholische Seelsorge in Erzbistum Köln, Monsignore Dr. Markus Hofmann und Arbeitstagung unter dem Motto: Aufbrechen – Folge Deinem Lebenstraum.


Ausgehend von der den drei monotheistischen Religionen gemeinsamen biblischen Grundlage der Abrahamsgeschichte als Aufbruchs- und Wegerzählung tauschten sich die 28 Teilnehmer/innen aus insgesamt 14 Nationen und sehr unterschiedlichen Kulturkreisen über ihre ganz persönlichen Erfahrungen und Hintergründe ihrer Studienaufenthalte im (deutschen) Ausland aus. In Gruppenarbeit gingen die verschiedenen Kulturen gemeinsam auf die Suche nach Parallelen der Geschichte Abrahams in der eigenen Biographie, wobei 4 wegweisende Aspekte für die Analyse im Vordergrund standen:


Der Aufbruch aus der Heimat, die Trennung von Liebgewonnenem und Vertrautem, die Begegnung mit dem Fremden  sowie der (Studien-) Aufenthalt im fremden Land selbst. Die Ergebnisse wurden am Nachmittag sehr effektvoll von einzelnen Vertretern der Gruppen im Plenum dargestellt.


In Anlehnung an Abrahams Erfahrungen identifizierten etwa die Teilnehmer der dritten Gruppe positive und negative Begegnungen im fremden Land. Als Negativerfahrung wurde von allen Teilnehmern die deutsche „Papierkultur“ angeführt, an die man sich auch nach Jahren nicht gewöhnen könne. Als freudige Überraschung wurden die außerordentliche Geduld und Herzlichkeit der Deutschen im Umgang mit Ausländern hervorgehoben, die so gar nicht dem Bild entspreche, das man vor der Einreise nach Deutschland vermittelt bekommen habe. Als ganz besondere Bereicherung des Deutschlandaufenthaltes nannte diese Gruppe die Begegnung mit einer „Multikultur und Multireligion“ in einem sehr toleranten Land sowie mit einer überaus engagierten katholischen Kirche, die sie in ihren Ländern so nicht kennengelernt hätten.


Nach diesem sehr offenen und tiefgründigen persönlichen Austausch wurde das sich anschließende gemeinsame Nachmittagsgebet in der Kapelle der KHG unter der Leitung von Msgr. Markus Hofmann von allen als willkommener Abschluss einer gelungenen Arbeitstagung empfunden. Ein Ausflug in die Kölner Innenstadt bot den Stipendiaten dann die Gelegenheit, unter sachkundiger Führung die Dächer des Kölner Domes zu besteigen, Spannendes über dessen Baugeschichte zu erfahren und Köln und seinen Dom einmal aus einer ganz neuen Perspektive zu erleben.


Der Abschluss beim obligatorischen Kölsch gab allen die Gelegenheit, die Erlebnisse des Tages noch einmal gemeinsam revue passieren zu lassen und sich in lockerer Atmosphäre auszutauschen.


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Marcela Bustamante Torres (Kolumbien)

Marcela Bustamante hat in ihrer Heimatstadt Bogotá Jura studiert und vor dem Studienaufenthalt in Deutschland als Anwältin gearbeitet. Von 2006 bis 2008 absolvierte sie mit Unterstützung des KAAD das Masterprogramm „Interdisziplinäre Lateinamerikastudien“ an der Freien Universität Berlin. Nach beruflichen Tätigkeiten in Washington D.C. und Lima (Peru) kehrte sie 2012 nach Bogotá zurück, wo sie heute für die „Defensoría del Pueblo de Colombia“ tätig ist – eine staatliche, jedoch autonom arbeitende Institution zur Verteidigung und Verbreitung der Menschenrechte.

Darüber hinaus gehört sie zu den Organisatoren des für Februar 2016 geplanten Kongresses „Paz Reconciliación y Justicia Tradicional“ an der Pontificia Universidad Javeriana in Bogotá. Am Rande der Veranstaltung soll nach Wünschen unserer Alumni auch ein KAAD-Netzwerk von Juristen und Politikwissenschaftlern aus Lateinamerika gegründet werden.

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