Diözesanes Stipendiatentreffen im Erzbistum München und Freising

18 KAAD-Stipendiaten und –alumni aus insgesamt 14 Nationen, die sich derzeit zu Aufbaustudien in der Erzdiözese München und Freising aufhalten, Vertreter des KAAD und der Hochschulgemeinden (München, Freising und Augsburg) kamen am 1.10.15 in der KHG der LMU München zusammen, um sich mit Vertretern der Erzdiözese über das gemeinsame Ziel der weltkirchlichen Entwicklungszusammenarbeit auszutauschen.


Nach kurzer Vorstellung der einzelnen Studienprojekte im Hinblick auf eine spätere multiplikatorische Tätigkeit zur Stärkung der zivilgesellschaftlichen Kräfte in den Heimatländern der Stipendiaten, präsentierten KAAD, Hochschulgemeinden und die Erzdiözese die Schwerpunkte ihrer Arbeit im Bereich der Weltkirche. Der Vertrauensdozent der Münchner KAAD-Stipendiaten und Professor für Christliche Sozialethik an der LMU München, Markus Vogt, identifizierte in seinem Impulsreferat als brennende Herausforderungen der weltkirchlichen Arbeit der deutschen Kirche: die Bewahrung der Schöpfung (im Sinne der päpstlichen Enzyklika Laudato sí), einen neuen, „dezentralisierten“ Umgang mit Fragen der Sexualethik sowie die Notwendigkeit der Verbindung von Glauben und Wissenschaft. Theologie sei die Disziplin, die Sinnzusammenhänge herstellen und die Funktion eines Weltgewissens übernehmen müsse. Dies setze unbedingt die Fähigkeit zu Selbstkritik voraus.

In praktischer Umsetzung der zuvor geäußerten Forderung nach Nachhaltigkeit im Bereich der Umwelt präsentierte die ecuatorianische Stipendiaten Claudia Armijos ihr Promotionsprojekt im Bereich des Waldbaus, das sie mit gemeinsamer Unterstützung der Erzdiözese München und Freising und des KAAD an der TU München durchführt. Ziel dieser Förderung ist der spätere Einsatz als Dozentin an einem Institut für Sozialethik, das im Rahmen der Partnerschaft der Erzdiözese mit der Kirche in Ecuador und in Kooperation mit dem KAAD aufgebaut werden soll. Sebastian Bugl stellte diese besondere  Partnerschaft  („Cooperación Fraterna“), die bereits 1963 ins Leben gerufen wurde und alle Diözesen Ecuadors umfasst, in seiner ganzen Bandbreite vor. Neben finanzieller Unterstützung der Kirche Ecuadors findet inzwischen auch regelmäßig ein Jugendaustausch im Rahmen eines freiwilligen sozialen Jahres statt.

Claudia Armijos, Prof. Dr. Markus Vogt und Monsignore Thomas Schlichting

Abgerundet wurde das (inhaltliche) Programm durch einen internationalen Gottesdienst in der Kapelle der KHG, der von Ordinariatsdirektor Monsignore Thomas Schlichting unter Mitwirkung des ecuatorianischen Stipendiaten P. Carlos Ignacio Man Ging SJ, zelebriert wurde. In seiner Predigt nahm er den Faden der vorherigen Diskussion wieder auf und schlug in Bezug auf das Stichwort Nachhaltigkeit die Brücke zwischen botanischer und humaner Biologie als Grundlage aller christlich motivierten Entwicklungszusammenarbeit.


Die Begegnung von KAAD-Stipendiaten und dem Referat Weltkirche der Erzdiözese wurde von beiden Seiten als gewinnbringend empfunden: während die Stipendiaten aus erster Hand erfuhren, wie weltkirchliche Arbeit in einer deutschen Diözese konkret aussehen kann und wo evtl. Anknüpfungspunkte für eine spätere Kooperation liegen, wurde den Vertretern der Erzdiözese vor Augen geführt, wie präsent die Weltkirche durch die vorübergehende Anwesenheit der KAAD-Stipendiaten in der Erzdiözese ist und in welcher Weise jeder einzelne von ihnen Botschafter und Hoffnungsträger der jeweiligen Heimatkirche  ist.


DeutschEnglisch

Marcela Bustamante Torres (Kolumbien)

Marcela Bustamante hat in ihrer Heimatstadt Bogotá Jura studiert und vor dem Studienaufenthalt in Deutschland als Anwältin gearbeitet. Von 2006 bis 2008 absolvierte sie mit Unterstützung des KAAD das Masterprogramm „Interdisziplinäre Lateinamerikastudien“ an der Freien Universität Berlin. Nach beruflichen Tätigkeiten in Washington D.C. und Lima (Peru) kehrte sie 2012 nach Bogotá zurück, wo sie heute für die „Defensoría del Pueblo de Colombia“ tätig ist – eine staatliche, jedoch autonom arbeitende Institution zur Verteidigung und Verbreitung der Menschenrechte.

Darüber hinaus gehört sie zu den Organisatoren des für Februar 2016 geplanten Kongresses „Paz Reconciliación y Justicia Tradicional“ an der Pontificia Universidad Javeriana in Bogotá. Am Rande der Veranstaltung soll nach Wünschen unserer Alumni auch ein KAAD-Netzwerk von Juristen und Politikwissenschaftlern aus Lateinamerika gegründet werden.

mehr 



Sitemap         Kontakt         Impressum