KAAD-Auslandsakademie in Ghana

„Development Needs Change – How can change be achieved“ – zu diesem Thema versammelten sich 150 Teilnehmende aus Ghana, neun weiteren afrikanischen Ländern und aus Deutschland vom 18. bis 22. August 2015 im nordghanaischen Tamale.

Die Diözese Münster und der KAAD finanzieren seit Jahren ein spezielles Stipendienprogramm für den Norden Ghanas. Beim Engagement beider Institutionen in der Region geht es immer um Fragen von Entwicklung und Veränderung. Gemeinsam mit der Erzdiözese Tamale und den Bistümern Nord-Ghanas luden sie nun zu einer Konferenz ein, die den Themenkomplex genauer beleuchtete. Weiterer Kooperationspartner war die „Faculty of Planning and Land Management“ an der University of Development Studies. An dieser Fakultät unterrichten zahlreiche ehemalige Stipendiaten des genannten Programms und sind somit die ersten Experten für die Frage, welche Veränderungen angestoßen werden müssen, damit „Entwicklung“ im positiv-ganzheitlichen Sinn geschehen kann.

 

Teilnehmende der Konferenz

Das Bistum Münster war vertreten durch Weihbischof Dr. Stefan Zekorn, zwei weitere wichtige Vertreter der weltkirchlichen Arbeit des Bistums sowie durch Studierende der Universität Münster, die im Rahmen einer Partnerschaftsreise in Ghana waren – entweder mit der kath. Hochschulgemeinde (KSHG) oder der Kath.-Theologischen Fakultät der Uni Münster.

Weihbischof Dr. Stefan Zekorn und Erzbischof Dr. Philipp Nameeh

Der Gastgeber der Konferenz, Erzbischof Dr. Philipp Nameeh von Tamale, betonte, dass die christlichen Werte, mithin diejenigen der katholischen Soziallehre, der Boden sein müssen für die Veränderungen, die die afrikanischen Gesellschaften brauchen, um den Menschen zu dienen. Weihbischof Zekorn aus Münster stellte in seiner Rede die Veränderung der Welt durch den christlichen Glauben dar und ging dabei auch auf die derzeitige europäische Flüchtlingssituation ein. Neben den Vorträgen mit theologischem Hintergrund durfte auch die Frage nicht fehlen, welche neuen Zugänge im Bereich der Bildung notwendig sind und welche neue, veränderte Politik in Ghana und anderen afrikanischen Ländern angezeigt ist. Auf akademischer Ebene fächerte Prof. Dr. Joachim Wiemeyer (Uni Bochum) die Aspekte verantwortlicher Politik(-stile) auf, bevor der ghanaische Parlamentsabgeordnete und KAAD-Alumnus Dr. S. Nana Ato Arthur politische Strategien und deren Umsetzung für einen effektiven Wandel in Ghana skizzierte. Er ging dabei vor allem auf den Aspekt der Dezentralisierung von Macht- und Entscheidungsprozessen ein.

Prof. Dr. Jochen Wiemeyer und Dr. S. Nana Ato Arthur

In den Plenumssitzungen und den Gruppendiskussionen entfaltete sich ein sehr reger Diskussionsprozess, inwiefern Veränderungsprozesse von Entscheidungsträgern abhängig sind und an welchen Stellen jedes einzelne Mitglied der Gesellschaft gefragt ist. Die Diskussionsrunden bestanden hauptsächlich aus Alumni und aktuellen Stipendiaten des KAAD (aus Ghana, Kamerun, Mali, Benin, Äthiopien, Uganda, Tansania, Kenia und Simbabwe) sowie aus Vertretern der lokalen Diözesen, eines Priesterseminars und einer Pfarrgemeinde in Tamale. Neben Vorträgen und Diskussionen wurde das Programm durch einen Exkursionstag abgerundet, an dem die Teilnehmenden entweder den Mole National Park besuchten oder sich auf eine Erkundungstour lokaler kultureller Besonderheiten machten: Auf dem Gebiet der Diözese Yendi besuchten die Teilnehmer das Oberhaupt der Volksgruppe der Dagomba sowie ein Dorf, in dem Menschen Zuflucht finden, die in ihren Wohnorten als „Hexen“ gebrandmarkt wurden.

Teilnehmende der Exkursion in die Diözese Yendi

Der Erzbischof von Tamale zog am Schluss der Konferenz eine sehr positive Bilanz und wies auf viele wertvolle Anstöße hin, die von den Beratungen und Diskussionen ausgingen. Damit diese Anstöße an die Medien und an kirchliche und politische Entscheidungsträger weitergegeben werden können, wurde ein Communiqué erstellt, das die wichtigsten Ergebnisse zusammenfasst.


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Marcela Bustamante Torres (Kolumbien)

Marcela Bustamante hat in ihrer Heimatstadt Bogotá Jura studiert und vor dem Studienaufenthalt in Deutschland als Anwältin gearbeitet. Von 2006 bis 2008 absolvierte sie mit Unterstützung des KAAD das Masterprogramm „Interdisziplinäre Lateinamerikastudien“ an der Freien Universität Berlin. Nach beruflichen Tätigkeiten in Washington D.C. und Lima (Peru) kehrte sie 2012 nach Bogotá zurück, wo sie heute für die „Defensoría del Pueblo de Colombia“ tätig ist – eine staatliche, jedoch autonom arbeitende Institution zur Verteidigung und Verbreitung der Menschenrechte.

Darüber hinaus gehört sie zu den Organisatoren des für Februar 2016 geplanten Kongresses „Paz Reconciliación y Justicia Tradicional“ an der Pontificia Universidad Javeriana in Bogotá. Am Rande der Veranstaltung soll nach Wünschen unserer Alumni auch ein KAAD-Netzwerk von Juristen und Politikwissenschaftlern aus Lateinamerika gegründet werden.

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