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Aktualisiert: 07.01.13
Myanmar: KAAD-Alumni im Transformationsprozess
Vom 29.01. bis 09.02.12 besuchte der Referatsleiter Asien des KAAD, Dr. Heinrich Geiger, Thailand und Myanmar. Stationen der Reise waren in Thailand Bangkok (Besuch der Partneruniversitäten ABAC und AIT) und Ratchaburi. Veranstaltet von der Katholischen Bischofskonferenz Thailands fand dort ein Treffen zum Thema der Migration in Myanmar statt. Das dichte Reiseprogramm, das auf den Thailandaufenthalt folgte, war durch die jüngsten Vorgänge in Myanmar bedingt: Die neue Regierung des südostasiatischen Landes hatte in den vergangenen Monaten eine Reihe von Reformen eingeleitet. Zu nennen sind die Freilassung politischer Gefangener, die Wiederaufnahme des Dialogs mit der Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi und die Bemühungen der Zentralregierung, die Beziehungen zu den vielen ethnischen Minderheiten auf eine neue, friedliche Weise zu gestalten.

Ziel der Reise war es vor diesem Hintergrund, dem Länderengagement des KAAD eine neue Form zu geben. Durch seine Institutionalisierung in Form einer KAAD Alumni-Gruppe soll den Ehemaligen des KAAD ein Forum eröffnet werden, in dem sie sich als change agents in den gesellschaftlichen Transformationsprozess einbringen können

Seit dem Beginn des Reformprozesse im Sommer 2011 ist ein „Run auf das Land“ (FAZ 13.02.12) festzustellen. Politiker und Wirtschaftsleute geben sich in Myanmar die Klinke in die Hand. Das Gefühl zu spät zu kommen, wie es viele Diplomaten aus aller Welt haben, hat der KAAD aber nicht, denn er ist seit 1993 in dem Land tätig. Seit bald 20 Jahren werden vom KAAD Nachwuchskräfte aus Myanmar für Studien in Deutschland oder in Bangkok, Thailand gefördert. Der Workshop, der in den Räumen der Catholic Bishop’s Conference of Myanmar (CBCM) am 04. - 05.02. stattfand, zeigte, dass hier Hilfe gewährt wurde, die in vorbildlicher Weise Hilfe zur Selbsthilfe ist. Im Rahmen der Veranstaltung wurde deutlich, dass in Myanmar ein Emanzipationsprozess vonstatten geht, der unter den gesellschaftlichen Akteuren Kreativität freigesetzt hat. Von den Teilnehmern des Workshops, an dem auch der Prokurator der CBCM teilnahm, wurden die ersten Schritte in Richtung Gründung einer KAAD-Alumni-Gruppe konzipiert und in die Tat umgesetzt. Gewählt wurden eine „Coregroup“, die aus 8 Personen besteht, und ein „Facilitator“, der die Aktivitäten der Gruppe koordiniert und nach außen vertritt. Da das Gros der Gruppe für Caritas Myanmar (KMSS) arbeitet, erleichtern „kurze Wege“ die Zusammenarbeit. Die Pläne der KAAD-Ehemaligen werden von Erzbischof Paul Zinghtung Grawng, Erzdiözese Mandalay, und Erzbischof Charles Maung Bo, SDB, Erzdiözese Yangon, uneingeschränkt unterstützt. Mit beiden bestand die Möglichkeit zu einem langen Gespräch über die Rolle der Kirche im Transformationsprozess Myanmars. Dabei zeigte sich das Vertrauensverhältnis zwischen dem KAAD und der Kirche in Myanmar, das sich im Laufe der langjährigen Zusammenarbeit herausgebildet hat.
Die Katholische Nachrichten Agentur KNA veröffentlichte am 15. Februar 2012 ein Interview zu diesem Thema mit Herrn Dr. Geiger. Fotos dazu finden sich hier.
KAAD-Alumni heute

Stephen Nana Ato Arthur (Ghana)
Stephen Nana Ato Arthur, geb. 1961, war zweimal Stipendiat des KAAD. Zwischen den beiden Stipendien lagen nicht nur 12 Jahre, sondern auch eine steile politische Karriere mit einem vorläufigen Höhepunkt: Am 08.12.2012 erreichte den KAAD die Nachricht, dass er als Kandidat für das Parlament in seinem heimatlichen Wahlkreis Komenda-Edina-Eguafo-Abrem (KEEA) gewonnen hat und somit als erster KAAD Alumnus in ein nationales Parlament eines afrikanischen Landes einzieht.


