Wasserwirtschaft im klimatischen und gesellschaftlichen Wandel

Vom 26. bis 29. Mai nahmen 20 Stipendiaten/innen aus 14 Ländern an einer Exkursion des Instituts für Wasser und Gewässerentwicklung des Karlsruher Instituts für Technologie teil und besuchten wasserwirtschaftliche Anlagen im Südwesten Baden-Württembergs.


Unter dem Titel „Wasserwirtschaft im klimatischen und gesellschaftlichem Wandel“ erhielten die Teilnehmer/innen Einblick in verschiedene Formen der Wassernutzung. Auftakt bildete der Besuch der einzigen Trinkwassertalsperre in Baden-Württemberg. Hier lernte die Gruppe alle Schritte kennen, die von der Entnahme des Wassers aus der Talsperre bis zur Verteilung des Trinkwassers an die Haushalte nötig sind. Der zweite Exkursionstag war der Energiegewinnung gewidmet. Besucht wurden zwei Wasserkraftwerke am Hochrhein, wobei besonders am Beispiel des Kraftwerks Rheinfelden deutlich wurde, wie effiziente nachhaltige Stromerzeugung und Naturschutz verbunden werden müssen. Die Möglichkeit, innerhalb von Sekunden Energie aus dem europäischen Netz bei Überproduktion zu entnehmen oder bei erhöhtem Bedarf einzuspeisen, ist zur Aufrechterhaltung einer gleichbleibenden Netzspannung und damit zur Gewähr­leistung der Stromversorgung unerlässlich. Im Kavernen­kraftwerk Wehr, einer der weltweit größten Pumpspeicher­anlagen, erfuhren die Teilnehmer/innen wie diese Aufgabe durch umweltfreundliche Energiespeicherung mittels Wasserkraft übernommen werden kann.


Mitglieder der KAAD-Fachgruppe Wasser präsentierten im Rahmen eines Workshops unter der fachlichen Leitung von Prof. Nestmann ihre Arbeiten aus den Bereichen Biologie, Geographie, Hydrogeologie, Ökosystem­management, Soziologie, Umwelt­wissenschaften sowie Wasserwirtschaft und zeigten, dass ein interdisziplinärer Ansatz zur Lösung der weltweiten Wasser­probleme unumgänglich ist.



“Gottes Schöpfung bewahren” war auch das Thema des von Luís Ferney López Jiménez, Stipendiat und Priester aus Kolumbien, geleiteten Gottesdienstes. Fragen nach den Spuren, die jede/jeder Einzelne/Einzelner in der Schöpfung hinterlässt und der Verantwortung, die wir für Gottes Schöpfung tragen, wurde gemeinsam nachgegangen.


Eine Wanderung durch die „wilde Wutachschlucht“ und ein Besuch der baugeschichtlich bedeutsamen Linachtalsperre rundeten die Woche im Südschwarzwald ab.


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Marcela Bustamante Torres (Kolumbien)

Marcela Bustamante hat in ihrer Heimatstadt Bogotá Jura studiert und vor dem Studienaufenthalt in Deutschland als Anwältin gearbeitet. Von 2006 bis 2008 absolvierte sie mit Unterstützung des KAAD das Masterprogramm „Interdisziplinäre Lateinamerikastudien“ an der Freien Universität Berlin. Nach beruflichen Tätigkeiten in Washington D.C. und Lima (Peru) kehrte sie 2012 nach Bogotá zurück, wo sie heute für die „Defensoría del Pueblo de Colombia“ tätig ist – eine staatliche, jedoch autonom arbeitende Institution zur Verteidigung und Verbreitung der Menschenrechte.

Darüber hinaus gehört sie zu den Organisatoren des für Februar 2016 geplanten Kongresses „Paz Reconciliación y Justicia Tradicional“ an der Pontificia Universidad Javeriana in Bogotá. Am Rande der Veranstaltung soll nach Wünschen unserer Alumni auch ein KAAD-Netzwerk von Juristen und Politikwissenschaftlern aus Lateinamerika gegründet werden.

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