Marcela Bustamante Torres (Kolumbien)

Marcela wollte als junge Anwältin einen Blick von außen auf die Wirklichkeit Kolumbiens und Lateinamerikas werfen und ihre juristischen und politischen Perspektiven erweitern. Dazu bot sich der Berliner Studiengang bestens an. Die Kombination ihres Jurastudiums mit einer breiten sozialwissenschaftlichen Ausbildung mit Bezug zu Lateinamerika erwies sich für ihre spätere berufliche Praxis als zielführend. In den vergangen Jahren hat sie für deutsche, US-amerikanische und kolumbianische Organisationen in den Bereichen Flüchtlingshilfe und Menschenrechte gearbeitet und dabei Erfahrungen gesammelt, die nun in eine verantwortungsvolle Position bei der ‚Defensoría del Pueblo‘ mündeten. Dort ist sie u.a. zuständig für die Koordinierung der Zusammenarbeit mit ausländischen und internationalen Partnern. Marcela legt Wert darauf, zu betonen, dass sie alle ihre Jobs und Arbeitsverträge über formale Bewerbungsverfahren und Auswahlprozesse und nicht etwa über Beziehungen gefunden hat! „In Deutschland hält sich einfach hartnäckig diese vereinfachte Vorstellung vom korrupten Lateinamerika“, merkt sie etwas genervt an.

"Der Studienaufenthalt in Deutschland war nicht nur eine großartige Erfahrung, er hat mir tatsächlich geholfen, die komplexe Wirklichkeit Kolumbiens und Lateinamerikas besser zu begreifen. Das wurde mir nach meiner Rückkehr klar und half mir bei der Karriereplanung. Ich vermisse Berlin in vielerlei Hinsicht und denke oft an die Zeit als KAAD-Stipendiatin zurück.  Beim KAAD und in der Katholischen Studierendengemeinde habe ich Freunde gefunden, die vor den gleichen Problemen standen wie ich: Der gelegentliche Kampf um die Deutschkenntnisse und gegen die Einsamkeit etc. Darum sind viele KAAD-Alumni aus verschiedenen Teilen der Welt bis heute meine Freunde. Ich werde auch nie den Moment vergessen, als ich bei einer Literatur-Veranstaltung in Berlin eines Tages ganz unvermittelt mit dem erst kürzlich verstorbenen Schriftsteller Günter Grass sprechen durfte. In Deutschland ist der Zugang zur Kultur für alle sozialen Gruppen leichter als in Kolumbien. Daran müssen wir noch arbeiten.“

Seit ihrer Rückkehr nach Kolumbien koordiniert Marcela die Arbeit von ‚Alumni-KAAD Colombia‘ und hatte entscheidenden Anteil am Aufbau unseres Kooperationsnetzwerkes (Sozial- und Forschungsprojekte) mit Caritas Colombia.



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Marcela Bustamante Torres (Kolumbien)

Marcela Bustamante hat in ihrer Heimatstadt Bogotá Jura studiert und vor dem Studienaufenthalt in Deutschland als Anwältin gearbeitet. Von 2006 bis 2008 absolvierte sie mit Unterstützung des KAAD das Masterprogramm „Interdisziplinäre Lateinamerikastudien“ an der Freien Universität Berlin. Nach beruflichen Tätigkeiten in Washington D.C. und Lima (Peru) kehrte sie 2012 nach Bogotá zurück, wo sie heute für die „Defensoría del Pueblo de Colombia“ tätig ist – eine staatliche, jedoch autonom arbeitende Institution zur Verteidigung und Verbreitung der Menschenrechte.

Darüber hinaus gehört sie zu den Organisatoren des für Februar 2016 geplanten Kongresses „Paz Reconciliación y Justicia Tradicional“ an der Pontificia Universidad Javeriana in Bogotá. Am Rande der Veranstaltung soll nach Wünschen unserer Alumni auch ein KAAD-Netzwerk von Juristen und Politikwissenschaftlern aus Lateinamerika gegründet werden.

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