Katholischer Akademischer Ausländer-Dienst
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Aktualisiert: 19.03.12

Nach der Anreise in die Benediktinerabtei Beuron feierten die meisten von uns direkt den Gottesdienst der Mönche (Vesper) mit. Anschließend Abendessen und Komplet und schließlich offizielle Begrüßung durch die Geistlichen Beiräte des KAAD, die Dominikanerpatres Thomas Eggensperger und Ulrich Engel mit einer Einführung in das inhaltliche und organisatorische Programm, sowie eine Kennenlern-Runde.
Der zweite Tag fing für einige von uns schon um 5 Uhr mit dem Frühchor der Mönche in der Klosterkirche an. Ich finde es einfach herrlich! Man bekommt das Gefühl, vor einem Engelchor zu stehen. Nach dem Frühstück fingen wir mit einer Einführung in die Klostertradition und Liturgie der Benediktiner an. Dabei erfuhren wir viel Interessantes über die Geschichte des Klosters. Wie Bruder Maurus, ein Student der Abtei, das uns erzählte und wie er sehr kompetent all unsere Fragen beantwortete, war sehr beeindruckend. Bruder Maurus ist auch in den kommenden Tagen unser Freund geworden. Er war immer hilfsbereit und immer gastfreundlich. Er zeigte uns, wie das Ordensgesetz der Gastfreundlichkeit im Kloster erlebt werden kann.

Nach der Eucharistiefeier und dem Mittagessen erkundeten einige von uns die Umgebung des Klosters, andere machten ihre Mittagsschläfchen. Der erste inhaltliche Teil unserer Besinnungstage fing nach der Kaffeepause an. Die Arbeitseinheit befasste sich mit dem Thema „Gottesbegegnung“. Nach einer Analyse eines Bildes von Marc Chagall „Mose und der brennende Dornbusch“, sowie dem Lesen eines Bibeltextes aus dem Buch Exodus bekamen wir die Aufgabe von Pater Ulrich und Pater Thomas, unsere Lebenskurve mit Punkten, wo man Gott in seinem Leben begegnete, zu zeichnen. Danach diskutierten wir darüber in Dreier-Gruppen mit den anderen Mitstipendiaten/innen. Dies fand ich auch sehr interessant und hilfreich, wie man Erfahrungen mit den Anderen austauschen konnte. Anschließend besuchten wir die Vesper, nahmen das Abendessen ein und besuchten dann die Komplet. Ich finde die Vesper neben dem Frühchor besonders schön und berührend. Gegen 20.00 Uhr trafen wir uns noch mal im Vortragsraum, um ein Flash-Back für den ganzen Tag zu machen. Dabei äußerte sich jeder von uns und alle tauschten sich miteinander aus. Dann hieß es für die meisten schnell ins Bett, um am frühen Morgen den Frühchor zu erleben. Am nächsten Tag (Sonntag) merkte ich, wie der Tag in allen Aspekten von der Eucharistiefeier (Hochfest des Hl. Apostels Jakobus) bis zum Essen feierlich gestaltet war. In unserer zweiten Arbeitseinheit wurde das Thema „Wo ist mein Platz in der Gemeinschaft?“ besprochen. Also nach dem vertikalen Aspekt am ersten Tag „Meine Beziehung zu Gott“ wurde hier der horizontale Aspekt „Meine Beziehung zu den Mitmenschen“ diskutiert. Im Lichte von einem Bibeltext „Geschichte von Abel“ und einem Gedicht von Hilde Domin „Abel steh auf“ war die Aufgabe, unseren Platz in der Gemeinschaft zu verorten. Darauf folgend besuchten wir die Klosterausstellung und -bibliothek mit Bruder Maurus. Dort erklärte er uns einiges aus dem Innenleben der Bibliothek und wie sie funktioniert.Bei dem zweiten Teil der Arbeitseinheit nachmittags diskutierten wir über das Thema „Engel“. Nach einer Bildanalyse und dem meditativen Hören eines Musikstücks des zeitgenössischen Komponisten Oskar Gottlieb Blarr und dem Reflektieren des Psalms 91 wurden wir in zwei Gruppen aufgeteilt, moderiert von den beiden Patres. Unsere Aufgabe war, nach Engeln in unseren Leben zu suchen. Interessant bei der Diskussion war, wie alle ganz offen und ehrlich über persönliche Erfahrungen mit Engeln - auch im übertragenen Sinne - erzählten. Der Tag war auch dem Tagesrhythmus des Klosters (Gebetszeiten) angepasst. Am Abend trafen wir uns noch mal, um ein Flash-Back vom ganzen Tag zu machen.

Am nächsten Tag (Montag) nach dem Frühchor und Frühstück fing unsere letzte Arbeitseinheit mit dem Thema „Gott“ an. Dabei lasen wir einen Bibeltext und schauten einen Kurzfilm an: „Spin oder wenn Gott ein DJ wäre“. Darauf folgte eine Interpretation zum Film von allen Mitstipendiaten/innen. „Spin…“ ist ein unterhaltsamer, videoclipartiger Kurzspielfilm, der sich dank seiner formalen Logik und inhaltlichen Komplexität in vielerlei Hinsicht deuten lässt. In der Mittagspause machten viele von uns eine Wanderung mit dem freundlichen Bruder Maurus zur St. Maurus-Kapelle und zum klostereigenen Wasserkraftwerk (liegt doch die Abtei an den Ufern der Donau!). Bruder Maurus erzählte uns dort über die Beuroner Kunstschule und wie sie sich stark an der ägyptischen, altchristlichen und byzantinischen Kunst orientierte und im Ganzen eher anregend als wirklich erneuernd wirkte. Die Naturlandschaften, die wir sahen, kann man nicht in Worte fassen! Nach der Mittagspause feierten wir im Vortagsraum Gruppenmesse. Jeder von uns hielt eine Fürbitte in seiner Muttersprache und auf Deutsch. Dann kam die schöne Idee von Pater Ulrich und Pater Thomas, dass jeder von uns einen Brief mit den wichtigsten Erfahrungen aus diesen Tagen an sich selbst schreibt. Die Briefe wurden dann verschlossen und eingesammelt und werden uns nach einiger Zeit wieder per Post zugesandt, um uns selbst wieder an unsere Gedanken und Ideen während der Exerzitien zu erinnern. Alle waren von der Idee begeistert! Am Abend bei der Evaluation gaben wir unser Fazit zu den letzten Tagen ab. Danach feierten wir unseren Abschiedsabend im Restaurant des Hotels „Pelikan“ dem Kloster gegenüber. Da waren alle am Reden, Lachen, Fotos machen und dann Abschiednehmen von den Mitstipendiaten/innen, die am nächsten Morgen zum Teil sehr früh abreisen mussten. Es waren neue Freundschaften entstanden, so dass wir alle eigentlich noch länger hätten bleiben können.

Am Abreisetag nach dem Frühstück und Abschiednehmen traten wir unsere Heimreise an. Einige blieben zurück, um in der Umgebung vor der Heimreise zu wandern. Insgesamt waren die Besinnungstage sehr gelungen und eine Bereicherung für uns alle. Daher geht unser herzlicher Dank an Pater Ulrich und Pater Thomas für die sehr gute Organisation und Durchführung der Tage. Weiter wollen wir uns beim Benediktiner-Kloster in Beuron bedanken, das uns gastfreundlich aufgenommen hat und mit uns sein wunderschönes Klostergelände geteilt hat. Und nicht zuletzt wollen wir unseren Dank beim KAAD für die Ermöglichung solcher Besinnungstage aussprechen.
Sami Gohar Farag (Ägypten)
KAAD-Alumni heute

Dominic Ko Ko Lwin (Myanmar)
Als der Zyklon Nargis im April 2008 auf Myanmar traf und dort mit über 84.000 Toten und Hunderttausenden Obdachlosen eine humanitäre Katastrophe hinterließ, war es unter anderem Dominic Ko Ko Lwin, KAAD-Alumnus, der eine wichtige Rolle beim Wiederaufbau spielte. In seiner Tätigkeit als Programmkoordinator für die Caritas Pathein war er laut Caritas Direktor Father Henry Eikhlein „von größter Bedeutung für den Erfolg des Rehabilitationsprojekts“.


