2015

Dr. Hermann Weber und Alwin Becker: Das Osteuropaprogramm des KAAD: Ein geschichtlicher Rückblick in Biographien. Zum 25-jährigen Bestehen des Osteuropa-Stipendienprogramms, Bonn 2015.

 

Jahresbericht 2014

 

KAAD-Jahresakademie 2015: „Global Student“? Bildungsmigration als Herausforderung für Universität und Kirche

Weltweit sind nach OECD-Angaben (2011) 4,3 Millionen Menschen zu Studien- und Forschungszwecken außer Landes. Wachsende finanzielle Möglichkeiten neuer Mittelklassen, vor allem im asiatisch-pazifischen Raum, bewirken u. a. diese stark steigende Mobilität (in Deutschland als drittgrößtem Gastland sind derzeit über 300.000 „International Students“). Ökonomische Dynamiken – die Suche nach qualifizierten Ausbildungs- und Arbeitsmöglichkeiten auf individueller Ebene wie die Einwerbung von Fachkräften und Finanzen für die Hochschulen auf wirtschaftlich-politischer Ebene – scheinen diese Ströme zu steuern. Neben der noch vorherrschenden Richtung von „Süd“ nach „Nord“ spielen auf unserem Globus verstärkt auch die Schwellenländer – entsendend und aufnehmend – eine bedeutende Rolle.

Entsteht auf diesem weltweiten „Bildungsmarkt“, der sich eher in einen von Angleichungsprozessen geprägten (berufsbezogenen) Ausbildungsmarkt entwickelt, auch ein neuer Typus des „Global Student“, flexibel und vernetzt, real und virtuell zirkulierend, versiert in Englisch als dominanter Verkehrs- und Wissenschaftssprache, insgesamt damit marktkonform?  Oder gäbe es da noch eine andere Seite der „Internationalisierung“ der Hochschulen, die ihren Sinn jenseits wirtschaftlicher Logik in der Persönlichkeitsbildung der „Mobilen“, in vertiefter kultureller Begegnung und globaler Verantwortung für Gerechtigkeit und Frieden finden könnte?

Die Kirche als weltweite Gemeinschaft und „universitas“ aus Tradition wirbt – sichtbar und dialogoffen zugleich -  in ihren eigenen Bildungseinrichtungen, in der Hochschulpastoral und in ihren Hilfswerken – wie dem KAAD – für diese „andere Seite“ der internationalen Bildungsmigration. Unsere Jahresakademie mit Teilnehmern/innen aus über 50 Ländern hat das aktuelle globale Panorama vor allem in seinen Problemen und Chancen für interkulturelle und interreligiöse Begegnung und Zusammenarbeit nüchtern und visionär zugleich analysiert – als Beitrag zur Debatte um das Bild der Institutionen Universität und Kirche in einer globalisierten Welt.

Forum 1: „Emerging Countries“ der Bildungsmigration: Vom Brain Drain zum Austausch auf Augenhöhe?

Forum 2: Bildung online? Virtualisierung der akademischen Welt

Forum 3: Studierende als Change Agents?

Forum 4: „Global English“ oder Begegnung in einer fremden Sprache?

Forum 5: Religionen auf dem Campus: Wettbewerb oder Dialog?

Podiums- und Plenumsdiskussion: Vom „ausländischen Studierenden“ zum „Global Student“?: (kultur-) politische Chancen der Internationalisierung

  • Impulsreferat von PD Dr. Uwe Hunger, Universität Siegen

2014

Dr. Hermann Weber: Times of Transformation – Times of Faith: The Potential of “Change Agents” (6. Juni 2014, Konferenz in Kairo zum Thema „Religion and Transformation: The Role of Christians and Muslims for Processes of Social Change“)

Jahresbericht 2013

Jahresakademie 2014: Gesundheit ohne Grenzen? – „Global Health“ in interkultureller Perspektive

Gesundheit ist nicht nur ein wesentlicher Faktor des individuellen Lebensglücks, sondern gehört als öffentliches Gut auch zum Kernbestand der Menschenrechte. Dass nach Expertenaussagen etwa eine Milliarde Menschen nur unzureichenden Zugang zu Ärzten und Gesundheitsdiensten haben, ist nur ein Indiz für eine fehlende Gesundheitsgerechtigkeit in unserer globalisierten Welt. Die aktuellen Diskussionen um neue Entwicklungsziele (Post-MDGs) und das Konzept der Bundesregierung zur „Globalen Gesundheitspolitik“ (Juli 2013) machen deutlich: Den Bedürftigen das Notwendige zukommen zu lassen und damit im Weltmaßstab eine Priorität auf die Stärkung der Gesundheitssysteme (im ländlichen Raum) der Entwicklungsländer zu setzen, bleibt angesichts der großen Ungleichheiten ein Desiderat globaler Gesundheitspolitik, die sich an Werten und nicht nur an zweckrationalen oder ökonomischen Erfordernissen orientiert.

Die kirchliche Entwicklungsarbeit versucht, all dies konsequent im Blick zu behalten und am Aufbau verlässlicher Strukturen jenseits nur katastrophengesteuerter Interventionen mitzuarbeiten, zumal wenn im Kontext eines globalen Fachkräftewettbewerbs die Einwerbung medizinischen Fachpersonals durch reichere Länder zunimmt („Care Drain“). Diese stellt auch für die Stipendienpolitik des KAAD eine besondere Herausforderung dar.

Unsere Jahresakademie mit Teilnehmern/innen aus 47 Ländern bot ein breites interdisziplinäres Forum, um Gesundheitsfragen im Zusammenhang mit Ökologie, Migration und anderen grenzübergreifenden Handlungsfeldern zu thematisieren – immer auch unter Einbezug der kulturellen und religiösen Dimensionen.

Forum 1 "Prioritäten für Gesundheitssysteme in Entwicklungs- und Transformationsländern"

Forum 2 "'Care Drain': Wettbewerb auf einem globalen Fachkräftemarkt"

Forum 3 "'Gesundheit' und 'Krankheit' als kulturelle Konstrukte

Forum 4 "Heil und Heilung: Gesundheit in (inter-)religiöser Perspektive

Forum 5 "High-Tech-Medizin zwischen Ethos und Markt"

Podiums- und Plenumsdiskussion: Wege zu globaler Gesundheitsgerechtigkeit

Beitrag von Dr. Marlies Reulecke in der Zeitschrift Herder Korrespondenz 68 4/2014: "Lebensrealitäten in den Blick nehmen. Mutter-Kind-Gesundheit in Afrika als Herausforderung für die Kirche".


2013

Jahresbericht 2012

Jahresakademie 2013: Communio und Communities - Neue Formen von Gemeinschaft in Gesellschaft und Kirche

In der deutschen Begriffstradition verbindet sich mit „Gemeinschaft“ über eine zweckrationale, meist ökonomisch motivierte „Vergesellschaftung“ hinaus das Element der persönlichen Nähe und Anteilnahme. Gemein-schaften leben aus der Kraft der menschlichen Beziehungen, aus einer gemeinsamen „Mitte“, die mehr ist als die Summe der Einzelnen. Als „identitätsstiftend“ unterliegen sie aber auch der Gefahr der Abgrenzung und Ausgrenzung anderer.

Unsere Kommunikationswelt wird immer durchdringender geprägt von elektronischen Medien, von einer (Selbst-)Sozialisation im Netz, einer Verfügbarkeit, die Chancen für freien Informationszugang und Mobi-lisierungskraft, allerdings auch Gefahren birgt, wie sie etwa aus Anonymität und Oberflächlichkeit erwachsen. Diese massive Beschleu-nigung der Kommunikation wie auch der wirtschaftlichen Dynamik, daraus resultierend die Kurzfristigkeit und Kurzlebigkeit der Beziehungen und Zusammenschlüsse, stellt die Frage nach dem Sinn und der Möglichkeit dauerhafter Gemeinschaftsbildung neu.

Die katholische Weltkirche hat seit dem II. Vatikanischen Konzil vor 50 Jahren den Begriff der „Communio“ wieder in den Mittelpunkt ihres Selbst-verständnisses gestellt. So begreift sie sich als Einheit „in und aus Teilkirchen“ (Lumen Gentium), aber auch als Zeichen für die Einheit der ganzen Menschheit. Was kann ein solcher, aus der „lebendigen Mitte“ Christus erwachsender Anspruch in einer Globalität bedeuten, in der sich einerseits eine „Welt(zivil-)gesellschaft“ herausbildet, andererseits die Konflikte um Identitäten – ethnische und religiöse z. B. – immer schärfer werden? Wie sollte die Kirche angesichts von wachsender Säkularität, Virtualität und von Vertrauensverlust in sie ihre eigene Vergemein-schaftung neu verstehen und beleben?

Dokumentation der Vorträge:

 

Hermann Weber: Change Agents for Civil Society and Church in Myanmar: The Role of KAAD-Alumni; Vortrag im Rahmen des KAAD-Alumnitreffens in Myanmar, November 2012.

Hermann Weber (Hg.): Globale Mächte und Gewalten - Wer steuert die Welt? Die Verantwortung der Weltreligionen. Ostfildern 2011; 226 S. ISBN: 978-3-7867-2880-1

Marko Kuhn (Hg.): Facing Afrika´s future in a Global Era. The Power of Higher Education and Research. Bonn 2011; 123 S. ISBN: 978-3-926288-33-2, EUR 5,00


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Marcela Bustamante Torres (Kolumbien)

Marcela Bustamante hat in ihrer Heimatstadt Bogotá Jura studiert und vor dem Studienaufenthalt in Deutschland als Anwältin gearbeitet. Von 2006 bis 2008 absolvierte sie mit Unterstützung des KAAD das Masterprogramm „Interdisziplinäre Lateinamerikastudien“ an der Freien Universität Berlin. Nach beruflichen Tätigkeiten in Washington D.C. und Lima (Peru) kehrte sie 2012 nach Bogotá zurück, wo sie heute für die „Defensoría del Pueblo de Colombia“ tätig ist – eine staatliche, jedoch autonom arbeitende Institution zur Verteidigung und Verbreitung der Menschenrechte.

Darüber hinaus gehört sie zu den Organisatoren des für Februar 2016 geplanten Kongresses „Paz Reconciliación y Justicia Tradicional“ an der Pontificia Universidad Javeriana in Bogotá. Am Rande der Veranstaltung soll nach Wünschen unserer Alumni auch ein KAAD-Netzwerk von Juristen und Politikwissenschaftlern aus Lateinamerika gegründet werden.

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